Preismechanismen

Abb. 1: Interaktive Preismodelle

In der Online-Ökonomie ist das Preismodell klar abzugrenzen von Geschäftsmodell und Erlösmodell. Das Preismodell beantwortet die Frage, „was“ etwas kosten soll, während sich das Geschäftsmodell mit der zu erbringenden Leistung und das Erlösmodell mit dem damit zusammenhängenden Erlöspotential auseinandersetzt.
Preismodelle umfassen folglich die Überlegung, zu welchem Preis eine im Erlösmodell als profitgenerierend definierte Leistung abgesetzt werden soll. Jene Preisüberlegung seitens des Verkäufers kann mit einem festgelegten Preis oder einer Verhandlungsbasis für Verkäufer und Käufer enden. Aus einem festgelegten Preis – sogenannten Posted Prices – resultiert ein nicht-interaktives Preismodell. Dies bedeutet, dass seitens des Verkäufers ein zu entrichtender Preis festgelegt wird, der nach unternehmerischer Perspektive als „richtig“ erscheint.
Im Falle der interaktiven Preismodelle (siehe Abb. 1) [1] findet eine gemeinsame Preisbeeinflussung von Verkäufer und/oder Käufer statt. Bei der klassischen Auktion (Reverse Pricing) überbieten die Käufer sich gegenseitig, so dass der Käufer mit der größten Zahlungsbereitschaft letztlich den Endpreis bestimmt. Die Verkäufer können eine dem Käufer unbekannte Preisschwelle festlegen, welche überboten worden sein muss. Des Weiteren gibt es reverse Auktionen, bei denen der Verkäufer durch vorgegebene Preisstufen wesentlichen Einfluss auf den Endpreis ausübt. Die Käufer kaufen je nach Höhe des Preises eine gewisse Menge, wodurch schließlich die wirksame Preisstufe erreicht wird. Je höher der Anfangspreis der Verkäufer, desto größer das Angebot und desto geringer die Nachfrage. Mit stufenweiser Reduktion des Preises erhöht sich die Nachfrage, bis letztlich die wirksame Preisstufe dem Gleichgewichtspreis von Angebot und Nachfrage entspricht.
Neben der Preisbeeinflussung durch Käufer (klassische Auktion) und Verkäufer (reverser Auktion) kann der Preisfindungsprozess auch durch beide Seiten gleichermaßen beeinflusst werden. Bei Börsen bzw. Preisverhandlungen ist dies der Fall.
Abschließend gilt es zu beachten, dass durch die Gestaltung des Auktionsmechanismus’ seitens der nicht-preisbestimmenden Partei trotzdem eine gewisse Möglichkeit der Preisbeeinflussung vorliegt.[2]




[1] Vgl. Skiera, B./Spann, M./Walz, U.: Erlösquellen und Preismodelle für den Business-to-Consumer-Bereich im Internet, in: Wirtschaftsinformatik, 2005, Bild 3, S. 291
[2] Vgl. Skiera, B./Spann, M./Walz, U.: Erlösquellen und Preismodelle für den Business-to-Consumer-Bereich im Internet, in: Wirtschaftsinformatik, 2005, S. 285-293


Diese schriftliche Ausarbeitung entstand im Rahmen der Schwerpunktvorlesung Strategisches Marketing von Frau Prof. Dr. Gisela Schmalz an der Rheinischen Fachhochschule Köln.
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3 Responses to “Preismodelle in der Online-Ökonomie”

  1. julie sagt:

    die modelle sind prima beschrieben. der artikel hat mir sehr gut gefallen.

  2. [...] Sie auch über das Geschäftsmodell von Facebook oder grundsätzliche Preismodelle in der Online-Ökonomie. Value Proposition: Ebenso wie bei dem Geschäftsmodell von Facebook liegt der Nutzen der [...]