Facebook Geschäftsmodell

Abb. 1: Das Geschäftsmodell von Facebook

Das Geschäftsmodell von Facebook soll anhand der Unterteilung von Patrick Stähler [1] betrachtet werden. Er unterscheidet zwischen:

  • Value Proposition: Welchen Nutzen stiftet das Unternehmen?
  • Architektur der Wertschöpfung: Wie wird die Leistung in welcher Konfiguration erstellt?
  • und Ertragsmodell: Wodurch wird Geld verdient?

Lesen Sie vertiefend dazu über verschiedene Preismodelle in der Online-Ökonomie.


Value Proposition:
Um die Frage zu beantworten, welchen Nutzen Facebook für die Nutzer stiftet, gilt es die grundsätzlichen menschlichen Bedürfnisse zu betrachten. Der Nutzen ist somit mit den Gegebenheiten, welche menschliche Bedürfnisse befriedigen, gleichzusetzen. Hinsichtlich der Einordnung menschlicher Bedürfnisse soll die Bedürfnispyramide nach Maslow herangezogen werden. So sind im Kontext von Facebook vor allem die Bedürfnisse nach Zugehörigkeit und Wertschätzung relevant.

Lesen Sie neben Facebook auch über generelle Nutzungsmotive von Nutzern in Social Communities.

Facebook bietet seinen Nutzern die Möglichkeit einer Community beizuwohnen und sich in dieser zu „präsentieren“. So kann der typische Facebook-User Nachrichten schreiben, Apps spielen, Fotos, News und anderes Wissenswerte mit „Freunden“ teilen sowie sich mit Gruppen „schmücken“. [2] Der Bedarf der User im Internet zu kommunizieren und sich damit zugehörig zu fühlen und auch wertgeschätzt zu fühlen wird von Facebook hervorragend gedeckt und stellt somit die Value Proposition dar.

Im B2B-Bereich bietet Facebook die Möglichkeit für Unternehmen mittels Social Targeting interessensgerecht, zielgerichtet und mit wenigen Streuverlusten zu werben. Außerdem können sich kommerziell-orientierte Unternehmen in Form von Fanpages in einer „privaten, freundschaftlichen Atmosphäre“ aufhalten, wodurch eine erfolgreiche, vertrauensvolle Kundenansprache begünstigt wird.
Hinzu kommt, dass das gesamte Angebot auch per Handy erreichbar ist.

Architektur der Wertschöpfung:
Die Wertschöpfung von Facebook beruht auf Netzwerkeffekten. Je mehr Leute der Community beitreten desto höher ist der Wert für jeden einzelnen User. So trägt jeder Community-Beitritt eines neuen Mitgliedes zu einer Wertsteigerung der gesamten Community bei. Diese Wertschöpfung liegt somit nicht bei Facebook selbst, sondern ist User-generiert.
Durch die steigende Community-Größe und Popularität schafft es Facebook die Attraktivität eines Beitrittes zu erhöhen. Beispielsweise wird durch eine zunehmende Anzahl an Unternehmen und Publishern, welche über Facebook kommunizieren und dort Fanpages führen, das Informationsangebot verbreitert. Somit bestehen viele Wechselwirkungen der interagierenden Community-Mitglieder, welche spiralen förmig einen Mehrwert schaffen.

Ertragsmodell:
Eine Mitgliedsschaft bei Facebook ist kostenlos, so dass direkte Erlöse ohne Transaktionsbezug wie beipielsweise Mitgliedsgebühren nicht generiert werden. Jedoch kann Facebook durch die Ads-Kampagnen, sprich durch die Funktion als Werbeplattform, transaktionsbezogene direkte Erlöse ver-zeichnen. Die Transaktion ist dabei der Klick eines Facebook-Users auf eine Werbeanzeige, welche mit-tels Social Targeting einer definierten Teilmenge der gesamten Facebook-Community ausgeliefert wird. Der Werbetreibende hat auf Facebook die Möglichkeit diese Teilmenge nach Geschlecht, Alter, Bildungsgrad, Interessensgrad und weiteren Aspekten zu bestimmen und zielgerichtet zu bewerben. Im Gegenzug zahlt er CPC (Cost-per-Click) für jede angeklickte Werbeanzeige an Facebook.
Außerdem generiert Facebook indirekte Erlöse in Form von Provisionen. Wenn ein Facebook-User diverse Apps nutzt, gibt es die Chance für einen gewissen Geldbetrag Zusatzpunkte oder generellen Spielfort-schritt zu erreichen. Der User zahlt den Geldbetrag an den App-Hersteller/Betreiber, welcher wiederum Provisionsabgaben an Facebook leistet – so ist es zumindest anzunehmen. Hinsichtlich der erkauften Wettbewerbsvorteile fungiert die oben erwähnte Selbstpräsentation als Motiv.



[1] Vgl. Stähler, P.: Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie, 2002, S. 41ff.
[2] Vgl. Die Zeit: Im Sog der Masse, Artikel vom 2. Juni 2010; Die Zeit


Diese schriftliche Ausarbeitung entstand im Rahmen der Schwerpunktvorlesung Strategisches Marketing von Frau Prof. Dr. Gisela Schmalz an der Rheinischen Fachhochschule Köln.
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2 Responses to “Geschäftsmodell von Facebook”

  1. Christoph sagt:

    sehr gut, danke.