Geschäftsmodell von Xing
Das Geschäftsmodell von Xing soll anhand der Unterteilung von Patrick Stähler [1] betrachtet werden. Er unterscheidet zwischen:
- Value Proposition: Welchen Nutzen stiftet das Unternehmen?
- Architektur der Wertschöpfung: Wie wird die Leistung in welcher Konfiguration erstellt?
- und Ertragsmodell: Wodurch wird Geld verdient?
Lesen Sie auch über das Geschäftsmodell von Facebook oder grundsätzliche Preismodelle in der Online-Ökonomie.
Value Proposition:
Ebenso wie bei dem Geschäftsmodell von Facebook liegt der Nutzen der B2B-Community Xing in der Befriedigung menschlicher Bedürfnisse. Dabei lässt sich das Bedürfnis nach Zugehörigkeit bzw. nach sozialen Kontakten als dominierendes Motiv für die Nutzung von Xing einordnen. Gerade im B2B Segment spielt das Networking, im Sinne des Aufbaus wichtiger, beruflicher Kontakte eine große Rolle. Branchenspezifische oder thematische Gruppen begünstigen ein effektives Networking im Hinblick auf Jobangebote und –suche. Durch den Businessaspekt symbolisiert Xing im Gegensatz zu anderen Communities immer eine gewisse Seriosität und Professionalität.Architektur der Wertschöpfung:
Ähnlich jeder existierenden Community basiert der Wert auf Netzwerkeffekten. Je mehr Leute bei Xing vertreten sind, desto höher ist der Wert für jeden einzelnen User. Mit steigender Community-Größe und Popularität schafft es Xing, Größenvorteile zu realisieren und die Attraktivität eines jeden Beitritts zu er-höhen. Durch eine zunehmende Anzahl an Unternehmen mit Jobangeboten und Jobsuchenden floriert Xing mehr und mehr als Job-Marktplatz. Die Themengruppen erhalten neue Denkimpulse durch neue Mitglieder, was die Gruppe für noch nicht beigetretene Dritte wiederum interessanter machen kann. Ebenso wie bei Facebook findet die Wertschöpfung seitens der User in Form einer Spirale statt. Nach Überschreiten der „kritischen Masse“ an Community-Mitgliedern, potenziert sich die Wertschöpfung und der Wert der Plattform Xing entwickelt sich exponentiell.Ertragsmodell:
Xing basiert auf dem Freemium-Modell, welches Basisleistungen kostenlos und weitere Leistungen kostenpflichtig anbietet. Die Premium-Mitgliedschaft unterscheidet sich von der Free-Mitgliedschaft durch die Kontaktmöglichkeit per persönlicher Nachricht, Informationen über Profilbesuche, erweiterte Suchfunktionen, Werbefreiheit, Dateianhänge im Profil und andere Services. [2] Als dritte Mitgliedschaftsform existiert die Recruiter-Mitgliedschaft, welche sich an Personalentscheider, Headhunter und Mitarbeiter-suchende Unternehmen richtet und somit aufgrund ihrer Nutzung eine Sonderform der Mitgliedschaft darstellt.
Das Preismodell für die unterschiedlichen Formen der Mitgliedsschaft sieht wie folgt aus. Ein Premium-Account ist erhältlich ab 4,95€/Monat, inbegriffen ist ein Freibetrag von 5,90€/Monat für zahlungspflichtige Klicks auf aufgegebene Stellenanzeigen. Somit generiert Xing bei einem Klickpreis von 0,59€ transak-tionsabhängig ab dem 11. Klick auf die Stellenanzeige zusätzliche Erlöse. Sofern der User keine Stellenanzeigen aufgibt, zahlt er nur den Mitgliedschaftsbeitrag von 4,95 €. Der Abschluss einer Premium-Mitgliedschaft bezieht sich auf einen Zeitraum von zwei Jahren.
Bei einer Recruiter-Mitgliedschaft ist der Betrag des letztlich zu entrichtenden Preises abhängig von der Vertragsdauer und der daraus resultierenden Bindungsdauer des Users an Xing. So kosten eine Recruiter-Mitgliedschaft von drei Monaten 49,95€ monatlich, von sechs Monaten 39,95€ monatlich und von einem Jahr 29,95€ pro Monat.
Zudem generiert Xing indirekte Erlöse durch die Schaltung von Werbung. Der Werbetreibende kann da-bei eine Werbeform von Fullsize Banner, Skyscraper bis hin zum Video auswählen. Die Abrechnung ba-siert auf dem je nach Werbeform variierenden TKP. Um die Werbeanzeigen mittels Social Targeting ziel-gerichtet auszuliefern, muss der Werbetreibende mindestens über einen Basisprofil bei Xing verfügen. Die Tausender-Kontakt-Preise reichen von 30 bis 55€, während ab 50.000€ dem Werbetreibenden stufenweise Volumenrabatte eingeräumt werden. [3]
[1] Vgl. Stähler, P.: Geschäftsmodelle in der digitalen Ökonomie, 2002, S. 41ff.
[2] Vgl. http://www.xing.com/app/billing,
[3] Vgl. http://www.xing.com/advertise/banner
Diese schriftliche Ausarbeitung entstand im Rahmen der Schwerpunktvorlesung Strategisches Marketing von Frau Prof. Dr. Gisela Schmalz an der Rheinischen Fachhochschule Köln.
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