Nutzerverhalten und Nutzungsmotive bei Facebook und Co.

Abb. 1: Verschiedene Nutzertypen in Communities

C2C-Communities wie Facebook, StudiVZ oder Wer-kennt-wen sind hervorgegangen aus neuartigen Kommunikationsmodellen im Rahmen der Web 2.0 Entwicklung. Zuvor fand im Internet meist eine “Einbahnstraßenkommunikation” statt, sprich ein Websitebetreiber hat Informationen zur Verfügung gestellt, welche vom User konsumiert wurden. Mit Vorranschreiten des Web 2.0 produzierten User mehr und mehr selber Inhalte, so dass sie nun die Rolle des Konsumenten und des Produzenten, des so genannten Prosumenten, zu gleich einnahmen.

Social Communities sind Treffpunkt einer Gruppe von Personen, die ein virtuelles und soziales Interaktionsgeflecht darstellen. Gemeinsame Hobbies, Interessen, Ziele oder Aktivitäten verbinden diese Menschen. Die User können in der Social Community selber Inhalte produzieren, indem sie sich ein eigenes Profil erstellen und somit sich selber darstellen und andere Menschen kennenlernen. Nutzer von Social Communities errichten sich ihre eigene persönliche, digitale Visitenkarte.[1]

Bevor nun die Nutzertypen/Nutzungsmotive in Social Communities benannt werden, möchte ich zunächst grundsätzliche menschliche Bedürfnisse gemäß der Maslow’schen Bedürfnispyramide anführen.
Demnach existieren fünf Bedürfnisse, welche nach Priorität sortiert sind:

  1. Körperliche Grundbedürfnisse
  2. Sicherheit
  3. Soziale Beziehungen
  4. Soziale Anerkennung
  5. Selbstverwirklichung

Erst bevor körperliche Grundbedürfnisse (Essen, Trinken, Schlafen) gedeckt sind, wird die Stufe der Sicherheit (Behausung, Arbeit) für das Handeln relevant. Glücklicherweise haben Internetuser keine unbefriedigten Hungerbedürfnisse sowie das Glück einer schützenden Behausung. Folglich kommen nur Stufe drei bis fünf im Hinblick auf Nutzertypen im Internet zum Tragen.

Wenn man bedenkt, dass ein Mensch über Social Communities sehr einfach soziale Beziehungen knüpfen kann, soziale Anerkennung erfahren kann und womöglich die Möglichkeit zur Selbstverwirklickung hat, so begründet dies die Beliebtheit und den Erfolg, welcher Social Communites zu teil wird. Die Grundmotivation für die Nutzung von Social Communities liegt  – schlicht und ergreifend – in der Befriedigung von menschlichen Bedüfnissen.

Doch – wie lassen sich nun die Nutzer von Social Communities in verschiedene Nutzertypen einteilen? Es ist schwer, ein pauschales Nutzungsverhalten in Social Communities herauszustellen, denn so unterschiedlich wie die Beweggründe für einen Community-Beitritt, so vielfältig auch das Auftreten der User. Die amerikanische Community MySpace hat sich im Jahr 2008  dieser Frage angenommen. Gemäß der Studie MySpace 08: People. Content. Culture. lassen sich sechs verschiedene Nutzertypen in Social Communities einteilen[2]:

  1. 38% Essentialists: Sie möchten über Communities mit ihren Freunden und Familien in Kontakt bleiben. Die meisten User stützen sich damit auf das Nutzermotiv der sozialen Beziehungen als dritte Pyramidenstufe (s.o.).
  2. 28% Transumers: Sie halten sich in bestimmten Gruppen, entsprechend ihrer Hobbies auf.
  3. 10% Connectors: Sie streuen bereitwillig Informationen über verschiedene Kontakte und dienen häufig als Verbindungsmitglied mehrerer User. Somit befriedigen sie Bedürfnisse der dritten, aber auch der vierten Pyramidenstufe.
  4. 5% Scene Breakers: Sie sind der Nutzertyp, welcher als Trendforscher oder auch Talentscout fungiert.
  5. 5% Collaborators: Sie nutzen Social Communities, um Events und Projekte zu realisieren, so dass Communities dieser Nutzergruppe ihre potentielle Selbstverwirklichung, als fünfte Pyramidenstufe, ermöglichen.
  6. 4% Netrepreneurs: Sie pflegen kommerzielle Interessen in Communities.

Die letzten 10% lassen sich nicht in diese Nutzertypen einordnen. Fest steht, dass es auch viele User gibt, welche gleichzeitig mehrere unterschiedliche Nutzungsmotive verfolgen.



[1] Vgl. Mühlenbeck, F. / Skibicki, K.: Community Marketing Management, 2008, S.16f.; Social Media Blog by Brain Injection
[2] Vgl. Godau, M. / Ripanti, M.: Online-Communities im Web 2.0, 2008, S.62f.;
Blog von Marco Ripanti


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3 Responses to “Nutzertypen und Nutzungsmotive in Social Communities”

  1. Artikel zu Nutzertypen in #Communities…

  2. danke für den beitrag. zum glück ist meine community anders als die anderen, vielleicht kann sie sich dadurch etwas von den großen bestehenden abheben.

  3. [...] Lesen Sie neben Facebook auch über generelle Nutzungsmotive von Nutzern in Social Communities. [...]